Ein wertebasiertes Unternehmen strebt eine bestimmte Wirkung für das System an, in dem es agiert.
Unternehmen degradierter Form haben als Hauptmotor, Profit zu erzielen und zu maximieren. Hier richtet sich das Wirken des Unternehmens ausschließlich auf die Vorteile, die die Entscheidungsträger für sich selbst anstreben.

Woran erkennt man, ob ein Unternehmen wertebasiert ist oder nicht ?

Am WAS, also am Geschäftsinhalt.
Es gibt viele Unternehmen, deren Gründer an irgendetwas gebastelt oder geforscht haben, wovon sie sich für die Menschheit Erleichterung erhofften. Und in diesem Anliegen entstanden große Unternehmen - zunächst auf einer Wertebasis. Hier ist zu prüfen, ob der Inhalt seinen Wert nicht verloren hat, da keine systemische Veränderung mehr angestrebt wird, sondern nur noch Vermarktung. Ein Unternehmen, das

- andere Produkte in einem übersättigten Markt kopiert,
- das auf Angst (zB Versicherungen) basiert,
- Leid (zB Massentierhaltung) inkauf nimmt oder
- Zerstörung (zB Waffenproduktion) zum Zweck hat

kann von Natur aus nicht wertebasiert sein.

 

Und am WIE, also an der Unternehmensführung.
Einige Symptome einer wertebasierten Unternehmensführung:

  • Organisches Wachstum erlaubt dem Unternehmen und seinen Menschen, sich aus der Resonanz ihres Wirkens zu entwickeln. Hat das Unternehmen Erfolg im Sinne seiner Wirkung, entstehen Rückflüsse und es kommen Menschen hinzu, die die Werte des Unternehmens selbst tragen. So kann natürliche Erweiterung entstehen.
    >> kein Fremdkapital , kein Renditedruck, kein Zwang, Menschen mit herein zu nehmen, die die Kernwerte nicht tragen, keine "immer größer-immer-mehr-Treiber"
  • Mehr als die hierarchische Kontrolle wirken Transparenz und Mitverantwortung als steuernde Instanz. Das geht nur dann, wenn die Beteiligten sich über die gemeinsame Wertebasis verständigt haben und diese in allen Aufgaben, Zielen und Prozessen verbindlich für alle ist.
    >> Keine "Oberaufsicht", kein Zurückhalten von Informationen, kein Taktieren in der Kommunikation, keine Privilegien
  • Mit- und Eigenverantwortung sind Leitprinzipien: Entscheidungen sind an Kompetenz und Werte gebunden - nicht an Rollen oder Positionen. Strategische und übergreifende Aufgaben sind an charakterliche Reife gekoppelt. Abhängigkeitsstrukturen und Hierarchien werden immer wieder durchbrochen. Arbeit und Kapital sind verbunden
  • Die systemische Wirkung des Unternehmens wird regelmäßig überprüft und mit der Wertebasis abgeglichen
    >> keine Zielorientierung ohne Wertebezug

 

In dem Buch "Strategie der Aufrichtigkeit. Vertrauens- und Profilaufbau durch wertebasieres Management" (2009, BOD-Verlag) schreibt Evelin Rosenfeld in der Einleitung:cover

 

Nicht Nutzen, sondern Begeisterung.

Nicht Maximierung, sondern Balance.

Nicht Ziele, sondern Werte.

Nicht Megaorganisationen, sondern lokale Netzknoten.

Nicht schnelle Ergebnisse, sondern nachhaltige.

Nicht Bindung, sondern Bündnis.

Nicht Macht, sondern Magnetismus.

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